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Katakomben von Paris

  • ruins
  • 4.5
  • Preis: €29
  • Öffnungszeiten: Di-So 09:45-20:30, montags geschlossen
Wegbeschreibung
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Geschichte

Jahrhundertelanger Kalksteinabbau, mit dem Paris selbst gebaut wurde, hinterließ ein Wabenwerk aus Tunneln unter dem Rive Gauche, das größtenteils in Vergessenheit geriet — bis die Stadt Ende des 18. Jahrhunderts vor einer ganz anderen unterirdischen Krise stand. Ihre Friedhöfe, allen voran der riesige Cimetière des Innocents, waren derart überfüllt, dass verwesende Leichenreste die umliegenden Brunnen verunreinigten und teils sogar in benachbarte Kellergewölbe einbrachen.

Ab 1786 übernahmen städtische Beamte die ebenso notwendige wie makabre Aufgabe, Millionen von Skeletten auszugraben und sie — bei Fackelschein und meist nachts, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen — in einen geweihten Abschnitt der alten Steinbruchtunnel zu bringen. Friedhof für Friedhof wurde in den folgenden Jahrzehnten in der ganzen Stadt so geräumt, wodurch sich die Tunnel allmählich mit den sterblichen Überresten mehrerer Pariser Generationen füllten, darunter auch manche, die während der Revolution starben.

Wussten Sie schon?

Statt die Knochen einfach unsichtbar aufzustapeln, ordneten die Arbeiter Oberschenkelknochen und Schädel zu bewussten Mustern und Wänden an, manche davon regelrecht kunstvoll gestaltet — wodurch aus einer hygienischen Notmaßnahme bereits Anfang des 19. Jahrhunderts etwas wurde, das eher einem Denkmal glich.

Schätzungen zufolge ruhen hier rund sechs Millionen Menschen — weit mehr als die etwa zwei Millionen Einwohner, die Paris heute zählt. Doch was Besucher sehen können, ist nur ein winziger Ausschnitt des Ganzen: rund 1,5 Kilometer eines Tunnelnetzes, das sich insgesamt über etwa 200 Kilometer unter der Stadt erstreckt. Der Rest bleibt offiziell gesperrt und wird von einer kleinen, verschwiegenen Subkultur urbaner Entdecker durchstreift, den sogenannten Cataphiles, die über inoffizielle Zugänge eindringen.

Gut zu wissen

Dies ist buchstäblich ein Ort der Toten, und man sollte ihn in diesem Bewusstsein besuchen — faszinierend und beklemmend zugleich, aber kein bloßer Kuriositäten-Stopp. Der Rundgang führt nur in eine Richtung, beginnt über eine enge Wendeltreppe und umfasst etliche Stufen abwärts und später ebenso viele wieder aufwärts, weshalb er sich weder für Klaustrophobie noch bei eingeschränkter Mobilität eignet.

Die Tickets sind zeitgebunden und wirklich gefragt, daher lohnt sich eine Buchung im Voraus, statt auf spontanen Einlass zu hoffen. Unter der Erde ist es das ganze Jahr über spürbar kühl, also empfiehlt sich eine leichte Jacke, selbst wenn es oben auf der Straße warm ist.