Conciergerie
- palace
- historic
- Preis: €13
- Öffnungszeiten: 09:30 - 18:00
Geschichte
Die Ursprünge der Conciergerie reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, doch erst unter König Philipp IV. wurde das Gebäude Anfang des 14. Jahrhunderts zur wichtigsten königlichen Residenz von Paris ausgebaut. Der Hof residierte hier bis zum späten 14. Jahrhundert, als Karl V. ihn in den Louvre und andere Paläste verlegte und das Gebäude der Obhut des Concierge überließ, eines königlichen Beamten, der für seine Verwaltung zuständig war — daher rührt der heutige Name.
Die Salle des Gens d'Armes, die Wachsaal-Halle, wurde um 1302 errichtet, um die mehreren tausend Bediensteten des Palastes in einem einzigen riesigen gotischen Raum zu verköstigen, und zählt bis heute zu den größten erhaltenen Beispielen weltlicher mittelalterlicher Architektur Europas. Wer sie heute durchschreitet, bekommt ein seltenes, unmittelbares Gefühl für die Dimensionen, in denen mittelalterliche königliche Haushalte operierten.
Wussten Sie schon?
Ab dem 14. Jahrhundert diente das Gebäude zugleich als Gefängnis und Gerichtsort, eine Rolle, die während der Terrorherrschaft der Revolution eine grausame Wendung nahm: Hier saßen Gefangene ein, die auf ihren Prozess und eine nahezu sichere Hinrichtung an der nahegelegenen Guillotine warteten. Schätzungen zufolge durchliefen allein während der Terrorherrschaft rund 2.700 Gefangene ihre Zellen, und das Gebäude erhielt bei den Parisern jener Zeit den düsteren Beinamen "Vorzimmer des Todes."
Die berühmteste dieser Gefangenen war Königin Marie-Antoinette, die hier ihre letzten zehn Wochen in einer engen Zelle verbrachte, bevor sie im Oktober 1793 hingerichtet wurde. Ihre Zelle wurde seitdem als Gedenkkapelle rekonstruiert und zählt heute zu den meistbesuchten und still bewegendsten Winkeln des Gebäudes.
Gut zu wissen
Neben der Gedenkkapelle Marie-Antoinettes können Besucher den Bonbec-Turm besichtigen, der einst für Verhöre genutzt wurde, sowie die gesamte oben beschriebene Weite der Salle des Gens d'Armes. Vor Ort steht eine Tour mit dem Histopad-Tablet zur Verfügung für alle, die während des Rundgangs mehr über die mittelalterliche und revolutionäre Geschichte des Gebäudes erfahren möchten.
Die Conciergerie teilt sich ihren Gebäudekomplex auf der Île de la Cité mit der Sainte-Chapelle, und es gibt ein Kombiticket für beide, das sich lohnt, wenn man ohnehin vorhat, beide zu besichtigen — die beiden liegen nur einen kurzen Fußweg voneinander entfernt und lassen sich naturgemäß zu einem einzigen Besuch verbinden. Gerade die Sainte-Chapelle zieht in der Hochsaison lange Warteschlangen an, weshalb es sich in jedem Fall lohnt, das Kombiticket vorab online zu buchen.