Basilika Sacré-Cœur
- sacred
- viewpoint
- Preis: Kostenlos (Kuppel €8)
- Öffnungszeiten: 06:00 - 22:30 (Basilika)
Geschichte
Die Basilika wurde als nationaler Akt der Buße und Hoffnung nach der vernichtenden Niederlage Frankreichs gegen Preußen 1871 und den gewaltsamen Unruhen der Pariser Kommune konzipiert, die darauf folgten. Statt vom Staat wurde der Bau fast vollständig durch öffentliche Spenden finanziert, gesammelt in Gemeinden im ganzen Land — eine Basilika, die buchstäblich vom französischen Volk errichtet wurde, nicht nur für es.
Der Architekt Paul Abadie gewann den Gestaltungswettbewerb mit einem romanisch-byzantinischen Entwurf, der teilweise von den mittelalterlichen Kuppeln von Saint-Front in Périgueux inspiriert war — ein bewusster Bruch mit dem gotischen und barocken Stil, der die übrigen Pariser Kirchen prägt. Die Bauarbeiten begannen 1875 und wurden erst 1914 abgeschlossen, verzögert durch die technische Herausforderung, ein derart massives Bauwerk im instabilen, gipsdurchsetzten Hügel von Montmartre zu verankern, wofür schließlich achtzig tief ins Grundgestein getriebene Pfeiler nötig waren. Der Erste Weltkrieg verschob die Weihe weiter, bis 1919.
Wussten Sie schon?
Der helle Stein der Basilika stammt aus einem Steinbruch nahe Château-Landon und besitzt eine ungewöhnliche Eigenschaft: Er sondert bei Regen Kalzit ab, weshalb Sacré-Cœur mit den Jahren eher weißer als grauer wirkt — anders als die meisten Steingebäude, die einem Jahrhundert Pariser Wetter ausgesetzt sind.
Im Inneren zeigt die Apsis eines der größten Mosaike der Welt, das Christus mit ausgebreiteten Armen über der Stadt darstellt — ein passendes Bild für ein Gebäude, das fast vierzig Jahre brauchte, um über Paris emporzuwachsen, noch bevor es überhaupt fertiggestellt war.
Gut zu wissen
Der Eintritt zur Basilika und zur Panoramaterrasse auf der Freitreppe ist kostenlos, und der Blick über die Stadt kostet zu jeder Tageszeit nichts. Der Aufstieg zur Kuppel für einen noch höheren Ausblick erfordert ein separates, moderat bepreistes Ticket und belohnt die Mühe mit einem der weitesten Ausblicke über Paris.
Die Treppe und die Terrasse werden vor allem bei Sonnenuntergang extrem voll, weshalb ein früher Morgenbesuch oder ein Besuch außerhalb der Stoßzeiten für ein deutlich ruhigeres Erlebnis sorgt. Wie an den meisten belebten Touristenorten sollte man auf seine Wertsachen achten und misstrauisch gegenüber Personen sein, die auf der Treppe Armbänder, "Umfragen" oder andere ungefragte Ansprachen anbieten.