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Canal Saint-Martin

  • old-town
  • 4.5
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: Jederzeit zugänglich (Kanalufer)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Napoleon ließ den Kanal 1802 nicht aus ästhetischen, sondern aus gesundheitspolitischen Gründen bauen: Wiederholte Cholera- und Ruhrausbrüche hatten die Behörden davon überzeugt, dass Paris dringend eine sauberere Trinkwasserquelle brauchte als die verschmutzte Seine. Der Bau dauerte über zwei Jahrzehnte und wurde 1825 vollendet, mit neun Schleusen und zwei Drehbrücken, die auf den 4,5 Kilometern zwischen dem Bassin de la Villette und der Seine bei der Bastille einen Höhenunterschied von etwa 25 Metern überwinden.

Den größten Teil des 20. Jahrhunderts über war er eine wenig glanzvolle Industriewasserstraße, und in den 1970er-Jahren wäre er beinahe zugeschüttet worden, um darüber eine Stadtautobahn zu bauen — ein Plan, der nur am anhaltenden Widerstand der Anwohner scheiterte. Diese knappe Rettung ebnete den Weg für die allmähliche Wiederentdeckung des Kanals in den folgenden Jahrzehnten als einer der beliebtesten Wohn- und Freizeitorte der Stadt.

Wussten Sie schon?

Auf einer Strecke von rund zwei Kilometern in der Nähe der Place de la Bastille verschwindet der Kanal völlig unter der Erde und fließt in einem überdeckten Tunnel unter dem breiten Boulevard Richard-Lenoir hindurch, bevor er weiter nördlich wieder ans Tageslicht kommt — ein Detail, an das die wenigsten Pariser denken, wenn sie darüber hinweglaufen.

Seinen romantischen Ruf verdankt der Kanal vor allem dem Kino. Der Film "Hôtel du Nord" von 1938, teilweise an seinen Ufern gedreht, verlieh ihm eine dauerhafte Aura alltäglichen Pariser Lebensgefühls, und 2001 belebte "Die fabelhafte Welt der Amélie" diese Stimmung für eine neue Generation neu — samt der inzwischen berühmten Szene, in der die Heldin Steine über das Wasser hüpfen lässt, die Fans bis heute gerne nachzustellen versuchen.

Gut zu wissen

Die Kanalufer sind frei zugänglich und rund um die Uhr geöffnet, und an warmen Wochenenden füllen sie sich mit Pariserinnen und Parisern, die auf den Kopfsteinpflaster-Kais picknicken, am Wasser entlangradeln oder einfach zusehen, wie Lastkähne sich langsam durch die Schleusen arbeiten. Eigenes Essen und eine Picknickdecke mitzubringen ist völlig üblich.

Wer den Kanal lieber vom Wasser aus erleben möchte: Kanalrundfahrten durchqueren die Schleusen selbst — eine unterhaltsame Art, den Schleusenwärtern bei der Arbeit zuzusehen. Abends verwandeln sich die Kais rund um République und weiter nördlich in eine der lebendigsten Bar- und Café-Szenen von Paris, besonders in den wärmeren Monaten.