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Friedhof Père Lachaise

  • historic
  • 4.6
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: 08:00 - 18:00 (saisonal)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Napoleons Verwaltung eröffnete den Friedhof 1804 auf einem Hügel, der damals weit außerhalb von Paris lag, auf einem Grundstück, das einst Père François de la Chaise gehört hatte, dem Beichtvater Ludwigs XIV. Zunächst empfanden die Pariser ihn als zu weit von der Stadt entfernt und zu wenig angesehen, um sich dort begraben zu lassen, sodass der Friedhof in seinen ersten Jahren nur schwer Grabstellen verkaufte.

Die Friedhofsverwaltung löste das Problem mit einem geschickten Marketingschachzug: der breit publizierten Umbettung des Dramatikers Molière sowie der mittelalterlichen Liebenden Héloïse und Abélard hierher, deren romantische Legende Besucherscharen anzog und bald darauf auch Pariser, die in so illustrer Gesellschaft ruhen wollten. Die Nachfrage überstieg schnell den verfügbaren Platz, der Friedhof wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder erweitert, und seine gewundenen Kopfsteinpflasterwege sowie der dichte Baumbestand wurden im englischen Landschaftsstil angelegt statt in einem starren Raster — was ihm ebenso sehr den Charakter eines Parks wie den eines Friedhofs verleiht.

Wussten Sie schon?

Père Lachaise beherbergt heute schätzungsweise eine Million Gräber auf 44 Hektar, und seine kunstvollen Grabmäler und Familienkapellen bilden ein Freilichtmuseum zweier Jahrhunderte französischer Grabmalskunst. Ein Teil seiner Geschichte ist düster: Die Mauer der Föderierten von 1871, in der südöstlichen Ecke des Friedhofs, markiert den Ort, an dem die letzten Kämpfer der Pariser Kommune nach der Niederschlagung des Aufstands erschossen und begraben wurden — bis heute ein Ort des Gedenkens.

Die meisten Besucher kommen jedoch auf der Suche nach bestimmten Gräbern: Frédéric Chopin, Oscar Wilde — dessen Grab so mit Lippenstiftküssen von Bewunderern bedeckt war, dass es heute hinter einer Schutzglasscheibe steht —, Édith Piaf, Molière, Marcel Proust und Jim Morrison, dessen schlichtes Grab Jahrzehnte nach seinem Tod noch immer zu den meistbesuchten Stätten des gesamten Friedhofs zählt.

Gut zu wissen

Der Eintritt ist kostenlos, doch der Grundriss des Friedhofs ist wirklich labyrinthisch — verschlungene Wege, kein Raster und Tausende fast identischer Grabmäler —, deshalb sollte man sich an einem der Eingangstore einen Lageplan besorgen, bevor man losgeht; ohne einen ist es fast unmöglich, ein bestimmtes Grab zufällig zu finden.

Man sollte mindestens eineinhalb, besser fast zwei Stunden einplanen, um mehr als eine Handvoll Gräber zu sehen und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, statt von einem Höhepunkt zum nächsten zu hetzen. Père Lachaise ist nach wie vor ein aktiver Friedhof, weshalb überall ruhiges, respektvolles Verhalten erwartet wird, und die Öffnungszeiten wechseln je nach Jahreszeit — es lohnt sich, sie vorher zu prüfen.