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Montmartre

  • old-town
  • 4.6
  • Preis: Kostenlos
  • Öffnungszeiten: Jederzeit zugänglich (Stadtviertel)
Wegbeschreibung
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Geschichte

Lange bevor es zum Inbegriff des bohemienhaften Paris wurde, war Montmartre ein halb ländliches Dorf aus Windmühlen und Weinbergen auf einem Hügel vor den Toren der Stadt. Erst 1860 wurde es nach Paris eingemeindet, doch die günstigen Ateliers und der noch günstigere Wein hatten die Künstler schon zuvor den Hügel hinauf aus dem überfüllten Stadtzentrum gelockt.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde das Viertel zum pulsierenden Herzen der Avantgarde. Renoir malte seine Tanzsäle, Toulouse-Lautrec verewigte seine Cabarets, und der junge Picasso teilte sich ein heruntergekommenes Ateliergebäude namens Bateau-Lavoir mit den Künstlern und Schriftstellern, die die moderne Kunst prägen sollten. Am Fuß des Hügels eröffnete 1889 das Moulin Rouge, machte den Cancan weltberühmt und verwandelte Montmartres Nachtleben in eine eigene Legende.

Wussten Sie schon?

Auf der Place du Tertre, dem alten Dorfplatz oben auf dem Hügel, arbeiten bis heute täglich Porträt- und Karikaturkünstler unter freiem Himmel — ein direkter, wenn auch inzwischen stark kommerzialisierter Nachfahre der bohemienhaften Blütezeit des Viertels.

Wer hätte gedacht, mitten in einer Weltstadt einen aktiven Weinberg zu finden: Der Clos Montmartre, versteckt am Nordhang des Hügels, bringt noch immer jedes Jahr eine kleine Menge Wein hervor. Die Lese im Oktober wird von Hand eingebracht und ist eher symbolisch als kommerziell gemeint, wird aber mit einem lebhaften Viertelfest gefeiert, das die Bewohner Montmartres auf die Straße bringt.

Gut zu wissen

Die Straßen von Montmartre sind steil und eng, weshalb die meisten Besucher die Standseilbahn ab der Metrostation Anvers nehmen, um sich den Aufstieg zum Sacré-Cœur zu sparen. Rund um die Place du Tertre und die Basilika wird es besonders zur Mittagszeit richtig voll, weshalb sich ein Abstecher in die ruhigeren Seitenstraßen im Osten und Westen lohnt, um die authentische Atmosphäre des Viertels zu erleben.

Wie an jedem stark besuchten Ort lohnt sich auch hier Wachsamkeit gegenüber kleinen Betrügereien rund um die Stufen der Basilika — gefälschte "Petitionen" und ungefragt angebotene Freundschaftsarmbänder sind am häufigsten, ein höfliches, aber bestimmtes Nein reicht meist aus. Am frühen Morgen oder frühen Abend, wenn sich die Tagesausflügler verlaufen haben, lässt sich die dörfliche Atmosphäre, für die das Viertel berühmt ist, am besten genießen.