Musée d'Orsay
- art-museum
- Preis: €16
- Öffnungszeiten: Di-So 09:30-18:00, montags geschlossen
Geschichte
Das Gebäude eröffnete 1900 als Gare d'Orsay, ein Bahnhof mit Stahlkonstruktion, der mit reich verziertem Stein verkleidet wurde, um sich in die prachtvolle Nachbarschaft entlang der Seine einzufügen. Er wurde für die Weltausstellung jenes Jahres errichtet und mit damals revolutionären Elektrozügen ausgestattet, zu einer Zeit, als die meisten Bahnhöfe noch mit Dampfzügen betrieben wurden.
Schon innerhalb weniger Jahrzehnte erwiesen sich die Bahnsteige als zu kurz für die längeren Züge der Mitte des 20. Jahrhunderts, und der Bahnhof geriet in einen langen Niedergang, der ihn zeitweise sogar zum Filmset und zum Auktionshaus machte, bevor ihm der komplette Abriss drohte. In letzter Minute wurde er gerettet und von der Architektin Gae Aulenti in ein Museum umgewandelt: Sie verwandelte die riesige, glasüberdachte Halle in Ausstellungssäle und bewahrte dabei das imposante Eisenwerk und die gigantischen Bahnhofsuhren, die noch heute über die Sammlung wachen. Das Musée d'Orsay eröffnete 1986.
Wussten Sie schon?
Die Sammlung versteht sich bewusst als Brücke: Sie setzt dort an, wo die älteren Sammlungen des Louvre enden, und reicht bis zu dem Punkt, an dem die moderne Kunst im Centre Pompidou übernimmt — Werke aus den Jahren 1848 bis 1914, genau jenen Jahrzehnten, die den Impressionismus und Postimpressionismus hervorbrachten.
Ganze Räume sind den Obsessionen einzelner Künstler gewidmet: Monets Seerosen, Degas' Tänzerinnen mitten in der Bewegung, Van Goghs schonungslose Selbstporträts, Renoirs sonnendurchflutete Gartenfeste. Einer der meistfotografierten Orte im Gebäude ist gar kein Gemälde, sondern das Café hinter einer der riesigen originalen Bahnhofsuhren, durch dessen Glas man die Seine und die Tuilerien sehen kann.
Gut zu wissen
Das Museum ist montags geschlossen und, da es deutlich kompakter und fokussierter als der Louvre ist, oft die bessere Wahl für Besucher, die sich vor allem für impressionistische und postimpressionistische Malerei interessieren statt für einen enzyklopädischen Überblick über die Kunstgeschichte.
Man sollte sich Zeit nehmen, die riesige Uhr aus der Nähe zu betrachten, entweder vom Café dahinter oder von der nahegelegenen Terrasse im fünften Stock aus — der Blick auf die Seine durch die gläsernen Ziffern gehört zu den schönsten im ganzen Museum.